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Eine für Alles

Die Universalpatrone 10,4X62 IMPALA - ein Kurzportrait


10,4X62 Impala, links mit 21g RN Geschoß,
rechts mit 15,2g LS Geschoß


v.l.n.r: 9,3X62 (16,2g RN) - 10,4X62 LS -
10,4X62 RN - .375H&H Mag. (17,5g RN)


Mit der 10,4X62 wurde erstmals eine Patrone geschaffen, die nahezu allen jagdlichen Anforderungen, weltweit, gerecht wird. Mit über 5700 Joule Mündungsenergie liegt sie Kopf an Kopf mit der bewährten .375H&H Magnum. Allerdings verschießt die 10,4 mit 21g ein schwereres Geschoß von größerem Durchmesser, was für eine klar bessere Stoppkraft *sorgt. Mit dem 15,2g Leichtsolid und einer GEE von 174m ist bis zur 200m Marke (-4cm) keine Haltepunktsänderung nötig. Damit liegt die Rasanz im Bereich herkömmlicher .30-06 Laborierungen. Damit macht die 10,4 auch im Gebirge oder auf Feldrehe keine schlechte Figur. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Rückstoß mit dem LS Solid, der etwa mit einer 9,3X62 vergleichbar ist.

*Taylor RN Faktor: .375H&H Mag. 300gr (19,4g) mit 780m/sec.........41,1
                             10,4X62 Impala 325gr (21g) mit 740 m/sec.........46,3

Geschichte

Die Idee ist an sich nicht neu. Will man eine Großwildpatrone die ohne Nacharbeiten in Standart-Systeme wie z.B. das Mauser 98 passt, bleibt man beim 11,95 mm Mauser-Boden und einer maximalen Gesamtlänge von ca. 84 mm. Das Kaliber 10,4 (.411") ist das größtmögliche, welches noch eine ausreichende Schulter für den Verschlußabstand gewährleistet.
Ausführlich habe ich im Juli 1998 im "Deutschen Waffen-Journal" über die Patrone .400 Brown Whelen berichtet. Die in diesem Artikel beschriebene .400 Brown Whelen ist mit herkömmlichen Geschossen eine Großwildpatrone für kurze Entfernungen. Ich konnte z.B. mit einem 350gr (22,7g) Swift A-Frame Geschoß problemlos einen Büffel in Tansania strecken. Mit dem Impala LS Geschoß sind auch Schüsse weit über 200m kein Problem. Ich jagte damit sehr erfolgreich in Südafrika auf Steppenwild vom Impala bis zum Kudu und Streifengnu und war von der regelrecht "umwerfenden" Wirkung begeistert.

Bei der Verwirklichung des 10,4X62 Projekts hielt ich zunächst die Hülse für das Hauptproblem. Als .30-06 Abkömmling kann man sie zwar problemlos z.B. aus einer 9,3X62 oder .35 Whelen umformen, doch würde sich auch eine Neuhülse so einfach ziehen lassen? Zu meiner großen Freude konnte mir Dieter Horneber aus Fürth die kleine 40° Schulter tatsächlich herstellen.

Das weit größere Problem waren die Hülsen bzw. Lagermaße. So gibt es mit der .400 Whelen, .400 Whelen Improved, .400 Brown Whelen und .411 Hawk 4 sehr ähnliche Wildcat-Kaliber. Ich hatte mich für die .400 Brown Whelen entschieden, doch herrschte hier, wie bei nicht standardisierten Kalibern durchaus üblich, ein heilloses Durcheinander. Die Patronenlager unterschiedlicher Laufhersteller wichen voneinander ab, die Zeichnungen von den Lagerreibahlen und beides von den Verschlußabstandslehren usw. Um Klare Verhältnisse zu schaffen, legte ich mit tatkräftiger Unterstützung des Beschußamtes Wien die Dimensionen fest und, um Verwechslungen auszuschließen, wurde das neue Kaliber mit der metrischen Bezeichnung 10,4X62 Impala bei der CIP eingereicht.

Hohe Leistung bei wenig Gasdruck

Endlich war der 60cm Meßlauf am Beschußamt fertiggestellt und die ersten Gasdruckmessungen konnten durchgeführt werden. Dabei zeigte sich sofort, welches Potential in der 10,4X62 steckt. Es gibt wohl kaum eine zweite so effiziente Patrone. Mit weniger als 60gr Pulver übertrifft sie die Leistung weit größere Magnumpatronen, und das bei schon moderatem Gasdruck.

Meine "Büffel-Ladung" mit dem 350gr (22,7g) Swift A-Frame ergab 680m/sec bei nur 3619bar, was 5244 Joule an der Mündung ergibt.

Noch effizienter waren, erwartungsgemäß, die Impala Solids. Meine "Südafrika"- Ladung mit dem 235gr (15,2g) LS ergab 830m/sec bei nur 3338 bar (5246 Joule) und die erste Testladung mit dem 325gr (21g) RN Geschoss wurde sogar mit nur 2910 bar gemessen. Immerhin 688 m/sec und 4985 Joule! Es ist bereits eine 10,4X62R als leistungsstarke, gasdruckarme (Maximaldruck 3700bar) Patrone für Kipplaufwaffen in Planung.

In der Folge entwickelte ich die beiden nachstehenden Ladungen:

10,4X62 Impala /15,2g Impala-LS /Lauflänge 60cm

Entfernung (m) 0 50 100 150 200 250 300
Geschwindigkeit (m/s) 870 816 765 715 667 621 576
Energie (J) 5763 5074 4451 4163 3384 2935 2530
GEE* 174 m (cm)   +1,3 +3,9 +2,4 -4,0 -15,9 33,8

10,4X62 Impala /21g Impala-RN /Lauflänge 60cm

Entfernung (m) 0 50 100 150 200 250 300
Geschwindigkeit (m/s) 740 682 627 575 526 480 437
Energie (J) 5767 4904 4145 3480 2910 2424 2014
GEE* 148 m (cm)   +2,1 +3,9 -0,3 -12,4 -33,4 -64,5

 

Verfügbarkeit von Waffen und Munition

Die Patrone 10,4X62 Impala wird erstmals auf der Jagd &Hund in Dortmund (4.-10. Februar 2008) vorgestellt und ab diesem Zeitpunkt in den beiden oben abgebildeten Laborierungen verfügbar sein.

Hülsen 10,4X62 Impala für Wiederlader sind über Impala Europa bzw. den Fachhandel ab Februar 2008 erhältlich.

Waffen: Derzeit existieren 2 Repetierbüchsen auf Mauser-98 Basis in 10,4X62 und 2 weitere Waffen sind im Bau. In Dortmund, Salzburg und, natürlich auf der IWA in Nürnberg wird das Kaliber allen namhaften Waffenherstellern vorgestellt werden.

Einbaufertige Läufe von Mc Gowen gibt es über Impala Europa. Die Lieferzeit beträgt etwa 4 Wochen.

Matrizen für Wiederlader. Der RCBS Matrizensatz Kal. .400 Brown Whelen eignet sich zum Wiederladen der 10,4X62 Impala und ist über den Fachhandel zu beziehen.

Weitere Informationen auf www.impalabullets.at oder direkt beim Entwickler und Hersteller (office@impalabullets.at).