Bericht aus Norddeutschland:

 

Sehr geehrter Herr Eller,

nachdem ich nun bereits fast 2 Jahre das Impalageschoss bei meiner intensiven Jagdausübung verwende, erlaube ich mir nun auch mal eine Beurteilung. Seit April 2005 habe ich mit den verschiedensten Kalibern knapp 100 Stück Wild erlegt. Die Strecke stellt wohl den repräsentativen Durchschnitt für einen deutschen Jäger dar.
Es waren: 61 Rehe von 6 - 18 Kg aufgebrochen.
          14 Sauen von 12 - 71 Kg aufgebrochen.
          11 Stücke Rotwild von 28 - 142 Kg aufgebrochen.
          13 Füchse deren Gewichte ich nicht kontrolliert habe.
Dazu habe ich 112 Patronen verbraucht. Bei drei Stücken mit Rumpftreffern waren Fangschüsse nötig. Ein Brunfthirsch wurde von mir mit dem Kaliber 7x57R, 7,1g Impala auf ca. 25m beschossen. Er zeichnete Impalatypisch indem er etwa 1m hoch mit allen Läufen gleichzeitig hochsprang und dann die nahe Deckung annahm. Die anschließende Nachsuche brachte nach 30m zwar reichlich Schweiß, teils mit Lungengewebe, teils mit schaumigem, ausgehustetem Anteilen, auch die Höhe des Schusses ließ sich Anhand der Höhe, in der der Schweiß an den Bäumen abgestreift war, exakt nachvollziehen. Er war etwa 1m Höhe also etwa Rumpfmitte. Nach 500m hörte der Schweiß fast ganz auf. Die Suche mit zwei leistungsgeprüften Hunden mußte jeweils nach etwa 8km Länge abgebrochen werden, weil der Hirsch ein unzugängliches Sumpfgebiet angenommen hatte. Ich bin mir eigentlich sicher, das er in diesem Sumpf verendet ist aber solange wir nicht mindestens 3 Wochen starken Frost haben, ist das Terrain unbezwingbar.
Besonders bedauerlich ist, das es sich um einen abnormen Einstangenhirsch handelte. Außerdem hat meine Renomeé als sicherer Schütze (Es war erst das dritte Stück das mir in 22 Jägerjahren trotz Nachsuche verlorenging : Gesamtstrecke ca. 700 Stück) ziemlich gelitten.
Ich möchte behaupten, dass der Hirsch mit einem zerlegungsfreudigem Teilmantelgeschoss wahrscheinlich zur Strecke gekommen wäre!
Bei zwei Rotspießern, einem Rehbock und einem Schmalreh zeigte sich besonders auf tiefe Kammerschüsse hin, eine starke Paralyse. Ein Spießer legte sich nach einer Viertelstunde auf die Seite. Bei dem zweiten Hirsch und bei den Rehen war selbst nach einer Stunde noch ein Fangschuss auf den Hals nötig. Auch diese Wirkung schiebe ich auf die ungenügende mechanische Verletzung.
Ansonsten ist überwiegt bei mir eigentlich der positive Eindruck. Die Wildbretzerstörung ist durchschnittlich erheblich geringer als bei den vorher von mir verwendeten TM-Geschossen. Rot- und Rehwild liegt eigentlich im Umkreis von 50m um den Anschuss, bei Sauen sind es auch schonmal 200m. Am Anschuss liegt eigentlich immer eine Menge Schnitthaar. Aussschuss gibts eigentlich immer. Auch bei stärkeren Stücken. Nur bei einem 65 kg Überläufer den ich spitz von vorn zwischen die Augen schoss steckte das Geschoss in der Halswirbelsäule.
Wenn Rehwild noch flüchtet, dann fängt die richtige Schweissfährte erst wenige Meter vor dem Ort des Zusammenbrechens an. Sauen in der Winterschwarte schweißen so gut wie nicht. Rotwild hingegen schweißt meist vom Anschuss an gut und reichlich.
Nachdem ich mich zu Anfang etwas schwer tat meinen Haltepunkt mehr in Richtung Blatt zu verlagern, ist danach festzustellen, das die Fluchtstrecken deutlich kürzer werden. Jedoch läuft der überwiegende Teil der beschossenen Stücke doch noch davon, quittiert den Schuss aber immer durch deutliches Zeichnen, wie bereits oben erwähnt.
Die besten Ergebnisse erzielte ich mit den Kalibern 5,6x52R (40 Rehe + 5 Füchse), 6,5x57(1 Spießer, 1 Alttier, 2 Kälber, 1 Überläufer, 1 Frischling, 6 Rehe + 1 Fuchs) und 8x57JRS( 1 Hirsch, 1 Schmaltier, 1Bache, 4Frischlinge, 9 Rehe + 4 Füchse).
Mit dem Kaliber 6,5x68 erlegte ich erst einen Rehbock (den allerdings auf gemessene 256m) sowie einen Spießer (einer von den Paralysierten).
Mit 7x57R kamen 1 Überläufer sowie 3 Rehe zur Strecke.
Mit der 7x64 schoss ich zwei Überläufer, 2 Rehe und 1 Fuchs.
Die Querbüchse und meine Bergstutzen haben das Kaliber 9,3x74R. Damit erlegte ich 2 Kälber, 2 Frischlinge sowie einen Fuchs. Meine erste Repetierbüchse Sauer 200 schießt 9,3x62. Auf sie entfielen 1 Hirsch, 1 Spießer + 2 Frischlinge + 1 Fuchs.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mit dem Impalageschoss die Wildbretverluste erheblich geringer geworden sind. Blutergüsse die sonst gerade bei Knochentreffern mit hoher Energieabgabe flächig vorkamen beschränken sich hauptsächlich auf das Bindegewebe und lassen sich mühelos entfernen. Die mechanische Zerstörung der Muskulatur betrifft auch immer nur den tatsächlichen Schusskanal. Gerade in diesem Herbst, wo insbesondere beim Schwarzwild viel Fett durchdrungen werden muss, sucht man sehr lange, bis man die Schusslöcher findet.
Die Fluchtstrecken sind durchschnittlich länger, was für einen Schweißhundführer allerdings kein Problem darstellt. Man muss sich halt daran gewöhnen. Meine Hunde bleiben dadurch immer fit. Wer allerdings seinen Hund nicht wie ich immer dabei hat oder gar keinen Hund hat, für den wird die Jagd etwas umständlicher. Unter Umständen muss man auch schonmal auf einen Schuss verzichten, wenn das Wild in der Nähe der Reviergrenze steht oder man gerade unter Zeitdruck ist, denn die Abfolge Bum-Um funktioniert meistens nicht. Wer damit nicht klarkommt, und ich fürchte das ist ein größerer Teil der mitteleuropäischen Jäger, dem kann ich vom Impalageschoss tatsächlich nur abraten!
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der wird von der geringen Wildbretzerstörung begeistert sein. Auch dass verlässliche Zeichnen nach dem Schuss ist äußerst positiv. Die Präzision ist aus meinen Waffen überdurchschnittlich bis sehr gut. Ich werde das Geschoss erst mal weiterverwenden, in der Hoffnung, dass es keinen weiteren Ausreißer wie bei dem verlorenen Hirsch geben wird.
Mit dem Vertrieb der Geschosse wünsche ich Ihnen weiterhin Erfolg. Das Impala wird, wenn es tatsächlich zu einem generellen Bleiverbot in mehreren europäischen Ländern kommen sollten bereits etabliert und mit einem bekannten Namen versehen sein.
Natürlich werde ich in Kürze wieder eine Bestellung hereinschicken. Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Geschäfte und verbleibe mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil!

A. S.