Mit der 8X68S in Namibia

 

Hallo Herr Eller,


Da es Sie interessiert, noch ein paar Erläuterungen zu Namibia:
Ich war u.a. 3 Wochen im Norden auf einer Farm zwischen Outjo und Kamanjab, sowie auf "Komunalland" im Damaraland. Verwendet habe ich eine 8x68 mit 65er Lauf. Die Patronen waren mit Impala vor 68,3gr N550 verladen. Die Patronenlänge war so bemessen, dass sich die Hülse in der vordersten Rille noch crimpen ließ und das Geschoss am Hülsenhalsrand aufsitzt. Diese Ladung ist zwar noch nicht ganz bis ans Limit ausgereizt, schießt aus meiner Büchse jedoch präzise.  Erlegt habe ich damit 3 Oryx, 2 Kudus, 2 Blessböcke, 2 Springböcke, 1 Weißwedelgnu, 1 Streifengnu, 1 Zebra und 1 Wasserbock. Ich habe in allen Fällen hinter das Blatt gschossen und auch dort getroffen. Die Schussdistanzen waren sehr unterschiedlich, von 30 bis 250 m. Die Wirkung war bezüglich Fluchtstrecken gut, jedoch lag nur 1 Oryx am Platz (auf der Morgenpirsch auf ca. 180m vom Schießstock geschossen). Alle anderen Stücke gingen noch zwischen 50 und 100m (man merkt hier tendenziell deutlich den Einfluß ob nur die Lunge, oder auch das Herz betroffen war). Sie zu finden war jedoch in keinem Fall ein Problem, da Schweiß immer vorhanden war und man sie teilweise auch optisch gut verfolgen konnte. Ein- und Ausschuss waren stets Kalibergroß. Bei einem Blessbock und beden Springböcken Ausschuss oval. Fast immer waren am Einschuss um das eigentliche Loch auf ca 2-3cm Durchmesser die Haare "abrasiert". Die Zerstörung auf die Organe durch die innere Druckwelle ist erheblich,- und mich wundern die, wenn auch kurzen, Fluchten etwas. Die Entwertung des Wildprets ist jedoch minimal, auch wenn der Ausschuss etwas vom Blatt erwischt hat weil das Stück doch nicht genau im Winkel stand.
"Besonderheiten" hatte ich beim Zebra und dem Wasserbock. Das Zebra schoss ich auf der Pirsch freihand auf ca. 80m. Es zeichnete auf den Schuss jedoch nicht groß und sprang nur ab. Ich war mir jedoch sicher gut abgekommen zu sein, wartete ein paar Minuten (Heute weiß ich: Nicht lang genug) und suchte mit dem Jagdführer den Anschuß. Schweiß fanden wir nur wenig, aber es reichte um folgen zu können. Nach ca. 50m Suche vom Anschuß entdeckte der Jagdführer das Zebra. Es stand etwas apathisch ca. 130m entfernt unter einem Mopanebusch. Ich wollte erst gar nicht schießen, aber der Jagdführer drängte und so gab ich noch drei weitere Schüsse ab, welche zwar alle trafen, aber nur geringe Reaktion brachten. Erst ca. 10 Sekunden später legte sich das Zebra  (es war ein stärkerer Hengst) nieder und verendete. Es war das einzige Stück auf das ich mehrmals schoss. Die Untersuchung ergab später, dass der 1. Schuss bereits gut traf (hinter dem Blatt etwas unter Körpermitte) und sicher in Kürze zum Verenden geführt hätte, aber es zeigte sich wieder mal die Besonderheit, dass ein Schuss, der stärkeres Wild nicht in wenigen Sekunden zu Boden bringt, vermeintlich "Kugelfest" macht. Kein Schuss ergab Ausschuss (2 Geschosse konnte ich bergen). Die Lunge und auch ein Teil vom Herz waren "zu Brei" geschossen.  --  Der starke Wasserbock lag nach einem Schuss tief hinter das Blatt auf nur 30m Distanz nach ca. 80m Flucht. Er stand beim Schuss mit dem Haupt nach links leicht schräg (weg von mir) und so schoss ich bewusst gut 2 Handbreit hinter das Blatt. Der kreisrunde kalibergroße Ausschuss lag jedoch mittig auf dem rechten Blatt. Dies wunderte mich. "So" schräg hatte das Stück nicht m.E. nicht gestanden. Von diesem Stück sollte eine Trägermontage erstellt werden, - und so wurde in der Wildkammer hinter den Blättern ein Schnitt rund um den Körper gezogen. Ich staunte, und glaubte im ersten Moment einen 2. Ausschuss gefunden zu haben. Dort wo die Decke etwas auseinanderklafft kam ein großes Hämatom zum Vorschein, welches zuerst wie ein Auschuss aussah (Was natürlich eigentlich nicht sein konnte). Folgendes zeigte sich in der Folge: Einschussseitig wurde eine Rippe halb getroffen. Es muss eine sehr starke Druckwelle gegeben haben welche auf den gegenüberliegenden Rippen (bezüglich Wildpret nicht schlimm) zu einem kräftigen Hämatom führte, aber die Decke nicht aufgerissen hat. Das Geschoss geriet deutlich aus der Richtung und trat mit kreisrundem Ausschuss aus.

Also bis auf die zwei "Besonderheiten" war alles bestens, - und das ist auch der Grund weshalb ich es demnächst mit einer gemäßigten 9,3 auch hier probieren möchte.

Mit vielen Grüßen
Martin S.

 

Anmerkung: Die Ladung bringt etwa 980m/sec.

 

Nachsatz

 

Hallo Herr Eller,
 
wie ich Ihnen schon vor ein paar Monaten kurz berichtet habe, habe ich auf meiner letzten Tour in Namibia recht erfolgreich mit (moderat)  selbstgeladener 8x68 mit dem Impala gejagd.
 
Der Farmer hat selbst eine Büchse in diesem Kaliber, bekommt in Namibia aber nur mit Schwierigkeiten passende Munition. Ich habe ihm deshalb meine restliche Munition (waren noch über 80 Schuss) überlassen. Vor ein paar Tagen schickte er mir noch eine mail, aus der ich den folgenden Textauszug hier einkopiert habe. Auch wenn das Ergebnis für Sie sicher nichts neues ist, hoffe ich das es Sie ein wenig freut, zumal diese Geschosse doch  in Foren und Medien teilweise etwas unsachlich "verrissen" werden.
 
"Ich hatte im Februar eine Gruppe Jäger aus Östereich.  Einer von denen hat mit den 8 X 68 geschossen.  Ich habe ihn auch mit diese Munition von dir schiessen lassen.  Er war verliebt auf das Gewehr undMunition.  Wir haben eine Kugel im Streifengnu gefunden.  Der Gnu hat den Schuss auf den Stich bekommen und wir haben die Kugel in der Keule gefunden.  Die Kugel war fast wie neu, nur vorne an der Spitze war sie etwas gebogen.  Mann musste sehr gut hin schauen um etwas zu sehen.  Er hat versprochen mit dir Kontact auf zu nehmen.  Er hatte auch super Erfolg mit der Munition."
 
Sollte der Mann, da er wohl aus Österreich ist,  sich wirklich bei mir melden, werde ich Ihn an Sie verweisen.